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Kehlriemen beim Pferd: Funktion, richtiger Sitz und Unterschied zum Ganaschenriemen

Der Kehlriemen beim Pferd soll vor allem eines: dafür sorgen, dass deine Trense sicher am Pferdekopf bleibt und nicht einfach über die Ohren abgestreift werden kann, sobald sich dein Pferd den Kopf am Bein kratzt. Schau aber einmal genauer hin, denn vielleicht hast du gar keinen klassischen Kehlriemen, sondern einen Ganaschenriemen – und dieser kleine Unterschied verändert auch seine Aufgabe.

Warum dieser kleine Riemen mehr Aufmerksamkeit verdient

Bei Trensen schaue ich nicht zuerst auf die Farbe, auch wenn ich schöne Farbkombinationen natürlich liebe. Ich schaue auf den Sitz. Denn eine Trense ist eine Ausrüstung, die direkt am Pferdekopf liegt, sich beim Reiten bewegt und für dein Pferd angenehm bleiben soll.

Der Kehlriemen oder Ganaschenriemen wird dabei schnell übersehen. Er hängt halt irgendwie da. Ein schmaler Lederriemen, meist mit einer kleinen Schnalle, oft nicht besonders auffällig.

Aber genau solche Kleinigkeiten machen im Alltag einen Unterschied. Wenn das Kopfstück zu viel Spiel hat, können Backenstücke wandern, das Genickstück kann unruhig liegen und auch der Nasenriemen sitzt dann nicht mehr dort, wo er eigentlich sitzen soll.

Für dich ist deshalb wichtig: Schau nicht nur, ob der Riemen vorhanden ist. Schau, wo er verläuft, wie er verschnallt ist und ob er das Kopfstück sinnvoll unterstützt.

Ein gut eingestellter Riemen gibt der Trense Halt. Ein schlecht eingestellter Riemen kann stören. Und ein Riemen kann niemals eine Trense retten, die an mehreren Stellen nicht passt.

Kehlriemen und Ganaschenriemen: der wichtige Unterschied am Pferdekopf

Die Begriffe Kehlriemen und Ganaschenriemen werden oft durcheinandergeworfen. Ich verstehe das gut, denn auf den ersten Blick sehen beide wie ein ähnlicher Riemen am Zaumzeug aus. Trotzdem lohnt sich die Unterscheidung.

Der klassische Kehlriemen verläuft eher im Bereich der Kehle, also unterhalb des Pferdekopfes, hinter den Ganaschen. Er ist meist am Genickstück befestigt und wird seitlich am Kopf geschlossen. Seine Aufgabe ist vor allem sichernd: Er soll verhindern, dass das Pferd die Trense zu leicht über die Ohren abstreifen kann.

In der englischsprachigen Sattelkunde wird diese sichernde Aufgabe ausdrücklich beschrieben: Ist der Riemen zu locker, kann er die Trense nicht ausreichend an ihrem Platz halten.

Kehlriemen vs Ganaschenriemen

Der Ganaschenriemen liegt dagegen näher an den Ganaschen, also etwas weiter vorne am Pferdekopf. Meist wird er etwas enger verschnallt als ein klassischer Kehlriemen. Dadurch kann er das Kopfstück zusätzlich noch stärker stabilisieren. Er hat also eigentlich zwei Aufgaben: Stabilisieren und Verhindern, dass das Pferd die Trense abstreifen kann (zum Beispiel wenn es sich den Kopf am Bein kratzt).

Wenn du unsicher bist, welchen Riemen du hast, schau einfach auf den Verlauf am Pferdekopf. Wo liegt der Riemen wirklich? Liegt er an der Kehle oder näher an den Ganaschen? Genau daraus ergibt sich seine Funktion.

Welche Funktion der Ganaschenriemen für die Passform deiner Trense hat

Ich persönlich finde einen Ganaschenriemen an einer Trense sehr sinnvoll. Für mich ist er nicht einfach ein zusätzlicher Lederriemen, der halt noch irgendwo am Kopfstück befestigt ist. Er kann wirklich etwas tun.

Ein gut sitzender Ganaschenriemen hilft, dass das Kopfstück ruhiger am Pferdekopf liegt.

Auch die British Horse Society beschreibt den Zweck dieses Riemens sehr klar: Er soll die Trense an ihrem Platz halten, und wenn er zu locker ist, kann sich die Trense während der Bewegung verschieben.

Trotzdem ist mir wichtig: Ein Ganaschenriemen ersetzt keine gute Passform. Wenn das Genickstück an den Ohren drückt, der Stirnriemen zu eng ist oder die Backenstücke zu lang sind, dann kann der Ganaschenriemen das nicht ausgleichen.

Er ist ein Teil des Ganzen.

So erkennst du, ob der Riemen sinnvoll verschnallt ist

Beim Einstellen geht es nicht darum, den Riemen möglichst fest zuzumachen. Das ist ein häufiger Denkfehler. Ein Kehl- bzw. Ganaschenriemen soll sichern und stabilisieren, aber nicht einengen.

Als grobe Orientierung gilt beim klassischen Kehlriemen oft: Er sollte so locker verschnallt sein, dass noch ungefähr eine Faust zwischen Riemen und Kehle passt. Das verhindert, dass er beim Kauen, Atmen oder Biegen unangenehm einengt.

Beim Ganaschenriemen schaue ich etwas genauer hin, weil er körpernäher liegt. Er darf nicht schlackern, aber er darf auch nicht in die weiche Partie hinter dem Unterkiefer schneiden. Dein Pferd sollte noch problemlos abkauen können. Wenn dein Pferd beim Verschnallen den Kopf hochreißt, maulig wird oder nach dem Reiten deutliche Abdrücke bleiben, ist das definitiv ein Zeichen dafür das etwas nicht stimmt und der Ganaschenriemen zu fest ist.

Achte besonders auf diese Punkte:

  • Der Riemen liegt flach und ohne Verdrehung am Pferdekopf.
  • Die Schnalle drückt nicht direkt auf empfindliche Stellen.
  • Das Pferd kann kauen, schlucken und den Kopf normal bewegen.
  • Die Trense bleibt stabil, ohne dass der Riemen stramm gezogen ist.
  • Nach dem Reiten siehst du keine Scheuerstellen oder harten Kantenabdrücke.

Wenn du deine Trense überprüfst, nimm dir kurz Zeit und schau dein Pferd von beiden Seiten an. Manchmal sieht man erst dann, dass ein Riemen schief läuft. Du kannst auch einfach mal ein Bild machen (von beiden Seiten) und abends daheim auf dem Sofa nochmals in Ruhe anschauen: Fällt dir etwas auf?

Meine persönliche Sicht

Ich habe mir das Lederhandwerk selbst beigebracht, weil ich für mein eigenes Pferd keine Trense gefunden habe, die so gepasst hat, wie ich mir das gewünscht habe. Entweder war das Leder zu hart, die Farbe nicht meins oder irgendein Teil saß nicht richtig. Kennst du dieses Gefühl?

Heute fertige ich Trensen, Kopfstücke und Wanderreitausrüstung, und genau deshalb schaue ich auf solche Details sehr genau. Für mich ist ein Ganaschenriemen kein Schmuckteil. Er gehört zur Konstruktion, wenn er sinnvoll geplant und sauber verarbeitet ist.

Ich mag Kopfstücke, die hochwertig gearbeitet sind, sich gut anfassen und am Pferd nicht herumrutschen. Dabei ist mir wichtig, dass jeder Riemen eine Aufgabe hat. Eine Trense soll nicht einfach nur schön aussehen, sondern im Alltag tragen, halten und funktionieren.

Gleichzeitig bin ich vorsichtig mit pauschalen Aussagen. Nicht jedes Pferd braucht dieselbe Trense, und nicht jedes Kopfstück ist automatisch besser, nur weil mehr oder sogar „anatomische“ Riemen daran sind.

Die wichtigste Frage bleibt immer: Passt diese Trense zu genau diesem Pferd und zu meinem geplanten Einsatszweck?

Häufige Fragen zum Kehlriemen und Ganaschenriemen

Soll ich lieber eine Trense ohne Kehlriemen nutzen?

Eine Trense ohne Kehlriemen kann sinnvoll sein, wenn das gesamte Kopfstück anders konstruiert ist und trotzdem sicher liegt. Manche anatomischen Trensen oder gebisslosen Varianten arbeiten mit anderen Riemenführungen, sodass ein klassischer Kehlriemen nicht vorgesehen ist. Oft nutzen sie dann Ganaschenriemen oder weder Kehl- noch Ganaschenriemen. Das ist alles nicht pauschal schlecht oder gut.

Wichtig ist aber, dass du prüfst, ob die Trense bei Bewegung stabil liegt. Wenn sie leicht über die Ohren rutschen kann oder seitlich wandert, fehlt möglicherweise genau diese sichernde Funktion. Besonders bei jungen Pferden oder bei Pferden, die sich gerne am Kopf reiben, wäre ich da vorsichtig, und würde lieber eine Trense mit Kehl- oder Ganaschenriemen nutzen statt darauf zu verzichten.

Ich würde also nicht fragen: „Braucht jede Trense einen Kehlriemen?“ Sondern eher: Ist dieses Kopfstück ohne Kehlriemen sicher und bequem für mein Pferd?

Welche Funktion hat der Kehlriemen?

Der Kehlriemen hat vor allem eine sichernde Funktion. Er hilft, dass die Trense nicht so leicht abgestreift werden kann und am Pferdekopf bleibt, wo sie hingehört.

Er sollte aber nie so eng sitzen, dass dein Pferd eingeschränkt wird. Die Kehle ist ein empfindlicher Bereich, und ein zu fest verschnallter Riemen bringt keinen besseren Sitz, sondern eher Unwohlsein. Zu locker darf er ebenfalls nicht sein, sonst kann er seine Aufgabe kaum erfüllen.

Fazit: Schau auf den Verlauf, nicht nur auf den Namen

Ob Kehlriemen oder Ganaschenriemen: Entscheidend ist, wie der Riemen am Pferdekopf liegt und ob er zur gesamten Trense passt. Ein gut verschnallter Ganaschenriemen kann das Kopfstück stabilisieren und mehr Ruhe in die Ausrüstung bringen, aber er kann niemals ein unpassendes und drückendes Genickstück, unpassende Backenstücke oder einen zu eng sitzenden Nasenriemen kompensieren oder „besser“ machen.

Wenn du das nächste Mal deine Trense in der Hand hast, schau sie dir wie ein kleines Lederprojekt an. Jeder Riemen hat seinen Platz, seine Aufgabe und seine Grenze. Und genau diese Details machen aus einer schönen Trense ein Kopfstück, das deinem Pferd wirklich Komfort gibt.

Wenn du Lederhandwerk besser verstehen möchtest

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